elephant-jungle-sanctuary-elefantenpark-besuchen-chiang-mai-asien-tipps-elefanten-besuch-erfahrungsbericht
Abenteuer, Asien, Thailand

Thailand | Zu Besuch im Elefantenpark in Chiang Mai

Schon bevor wir unsere Reise nach Thailand starteten, stand fest, dass wir im Norden, während unserer Zeit in Chiang Mai, auf jeden Fall einen Tag mit Elefanten verbringen wollen. Einmal Elefanten anfassen. Einmal diese majestätischen Tiere hautnah erleben. Einfach mal ein bisschen mit Elefanten abhängen.

Was wir an diesem (halbe) Tag erlebt haben und warum ich einen Elefantenpark dieser Art nicht noch einmal besuchen würde, erfährst du alles hier in diesem Beitrag.

Elefantenpark Chiang Mai


Die Qual der Wahl

Für unseren Tag mit den Elefanten war uns eine Sache ganz wichtig: auf den Tieren soll weder geritten werde, noch soll ihnen auf andere Weise Schmerz und Leid zugefügt werden.

Völlig überfordert standen wir also in unserer Hotellobby vor dem Regal mit den Flyern für die Aktivitäten in Chiang Mai und Umgebung. Puh, waren das viele Anbieter. Jeder zweite Flyerstapel machte Werbung für einen Elefantenpark und alle warben mit einem großen „NO RIDING“ direkt auf der Deckseite. Tja, das machte die Auswahl nicht gerade einfach und wir waren schlichtweg überfordert.
Zu allem Überfluss durchforsteten wir den ganzen Nachmittag lang noch das Internet, aber auch Google nahm uns die Entscheidung leider nicht ab.

Am Ende entschieden wir uns für die Elephant Jungle Sanctuary. Nachdem auch die freundliche Dame an der Hotelrezeption uns auf die Frage: “ Welchen Park würden sie uns denn empfehlen?“ diesen Flyer in die Hand drückte.

Elephant Jungle Sanctuary - Elefantenpark Chiang Mai


Die Elephant Jungle Sanctuary

Das Projekt

2014 wurde dieses Projekt gegründet und seit dem kümmern sich Karen und Einheimische aus Chiang Mai liebevoll um das Wohlergehen der thailändischen Elefanten. Über 30 Elefanten, die vorher misshandelt wurden, leben und genießen die Freiheit nun im Schutz der Elephant Jungle Sanctuary.

Außerdem soll mit diesem Projekt darauf aufmerksam gemacht werden, dass leider viel zu viele Elefanten in Thailand misshandelt werden. Das geschieht zum Beispiel durch sogenannte „Riding Camps“, bei denen die Elefanten geritten werde, obwohl ihre Statur nicht dafür ausgelegt ist, Gewicht auf ihrem Rücken zu tragen.

Preise und Konditionen der Elephant Jungle Sanctuary

Wir entschieden uns für den Halbtages-Besuch, der uns

  • 1700 THB ( ca. 45 €) pro Person

kostete und folgendes beinhaltete:

  • Shuttel vom Hotel in Chiang Mai zum Elefantenpark und wieder zurück
  • Englischsprachiger Tour-Guide
  • Snacks
  • Trinkwasser
  • Futter für die Elefanten
Elephant Jungle Sanctuary - Elefantenpark Chiang Mai
©timsjoeberg

Zu Besuch bei den Elefanten

Am nächsten Morgen saßen wir also pünktlich um halb 7 in der Hotellobby und warteten auf unser Shuttle zur Elephant Jungle Sanctuary. Auch um 7 saßen wir immer noch dort und warteten.
Unsere Vermutung, dass der Shuttle erst 20 nach 7 erschien, weil er vorher schon die anderen Gäste eingesammelt hatte, bestätigte sich nicht, als wir in den leeren Pick Up stiegen und noch ca. 30 min durch Chiang Mai von Hotel zu Hotel gurkten.
Den Gesichtsausdrücken der anderen Gäste zu urteilen, hielt sich deren Begeisterung ebenfalls in Grenzen, dass der Shuttle deutlich zu spät kam.

Davon ließen wir uns unserer Laune aber nicht vermiesen und genossen die ca. einstündige Fahrt durch den thailändischen Morgen zum Camp 6 der Elephant Jungle Sanctuary, dass irgendwo in den Bergen in Chiang Mais Umgebung lag.
Als der Pick Up von der asphaltierten Bergstraße auf einen matschigen Weg abbog, der vor lauter Kuhlen kaum zu erkennen war, wurden wir hinten auf der Ladefläche ordentlich durchgerüttelt. Wer bis zu dem Zeitpunkt noch versuchte ein wenig Schlaf zu bekommen, war jetzt definitiv wach.

Unsere Hoffnung, dass es bei unserer kleinen Pick-Up-Gruppe von 10 Leuten bleiben würde, löste sich schlagartig in Luft auf, als es vor Ort mehr als doppelt so viele wurden… Du kannst es erahnen – begeistert war ich davon nicht, aber mehr dazu später.

DSC01080

Die Einweisung

Uns wurden bunte Strickoberteile ( traditionelle Karen Kleidung) in die Hand gedrückt und eine kurz und knackige Einweisung gegeben:

  • Nicht los rennen, wenn ein Elefant flott auf euch zugelaufen kommt. Der rennt euch sonst hinterher.
  • Die Kleidung sagt dem Elefanten: Hey komm her, hier gibt es 24/7 Bananen.
  • Wenn er nach Bananen sucht, lasst ihn suchen. Der geht dann schon wenn er keine findet. (Ja, der Elefant sucht dich komplett ab. Er hat auch keine Scheu mit seinem nassem, mit Matsch beschmadderten Rüssel in deinem Gesicht nach Bananen zu suchen. 😉 )

Elephant Jungle Sanctuary - Elefantenpark Chiang Mai

Fütterung der Elefanten

Aus einem Wagen konnte jeder so viele Bananen nehmen, wie er tragen konnte und los ging es. 7 Elefanten wollten gefüttert werden.

Zögernd näherte ich mich einem Elefanten. Er tastete mit seinem Rüssel meine Hand nach den Bananen ab, die ich dort hielt und verspeiste diese schließlich genüsslich. Da verschwanden mit einem Schlag meine anfänglichen Ängste und ich merkte, dass es gar nicht so schlimm war. Nein, ganz im Gegenteil. Es war ein unglaubliches Gefühl die Kraft und gleichzeitig deren Ruhe, die von den Elefanten aus ging, aus nächster Nähe zu spüren.

Das Highlight der Elefantenherde von Camp 6 war der kleine 6 Monate alte Babyelefant, der tollpatschig durch die Gegend stapfte und man gar nicht anders konnte, als ihn in sein Herz zu schließen.

Elephant Jungle Sanctuary - Elefantenpark Chiang Mai

Schlammbad und Abkühlung im Fluss

Nachdem die Elefanten genug Bananen in sich hineingestopft haben wurden 3 der Elefanten von Mahuds zum nahegelegenen Schlammloch getrieben und die riesige Besuchergruppe folgte. Während sich die Elefanten im Schlamm suhlten und es sich gut gehen ließen, schmierten die Besucher sie damit von oben bis unten ein, bis der Guide anfing auch die Besucher mit dem Schlamm-Elefantenkacke-Gemisch zu bewerfen. Mhm lecker. 😀
Ich hingegen beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung und knipste währenddessen ein paar Erinnerungbilder.

Zur Abkühlung stampften die Besucher und die Elefanten zum Fluss, der sich direkt neben dem Schlammloch befand und vergnügten sich bei einer Wasserschlacht.

DSC01022

Elephant Jungle Sanctuary - Elefantenpark Chiang Mai


Einmal, aber nicht noch einmal

Das Elefantencamp verließ ich mit gemischten Gefühlen. Ich hatte den Tag mit den Elefanten genossen, dennoch gab es einiges, was mich an dem Erlebnis nicht ganz so zufrieden stimmte.

Der Sache mit dem Zwang

Ob zum Bananen essen oder zum Fotografieren. Es hieß die Besucher zu bespaßen, egal, ob der Elefant in dem Moment lieber etwas anderes getan hätte.
Der kleine Elefant der Herde tat mir besonders Leid. Ich kann teilweise nachvollziehen, dass ein kleiner Babyelefant ein Touristenmagnet ist und man so Geld mit ihm verdient, aber warum muss man die Touristen auf ihn hetzen? Immer wieder hörten wir während der Fütterung den Guide rufe: „Los füttert den Kleinen“ und alle stürzten sich, wie Besessene auf den Kleinen ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, ob es ihm überhaupt gefällt, wenn aufgedrehte Menschen ständig mit Bananen vor seinem Gesicht rumfuchteln.

Die Sache mit der Freiheit

Das Projekt der Elephant Jungle Sanctuary wurde ins Leben gerufen, um den Elefanten das zu geben, was sie wirklich verdienen: Gesundheit, Glück und Freiheit.
Ja, Freiheit. Aber sind die Elefanten in diesem und anderen Camps wirklich in Freiheit?
Diese Frage stelle ich mir immer wieder, wenn ich über unseren Besuch dort nachdenke und ich konnte sie bis jetzt nicht richtig beantworten.

Als Freiheit wird der Zustand, unabhängig, nicht unterdrückt oder gefangen zu sein, bezeichnet.
Mh „nicht gefangen zu sein“… Den Elefanten mag es in solchen Camps deutlich besser gehen, als in „Riding Camps“, dennoch bin ich der Meinung, dass auch solche Einrichtungen nicht die Art sind, wie Elefanten leben sollten.
Das Gelände, in dem sie sich bewegten, war überschaubar und wenn ein Gelände überschaubar ist, ist es nicht gerade groß. Zumindest nicht groß genug für solche Tiere.
Nahezu täglich werden sie aufgedrehten Touris vorgeführt, dazu gezwungen sich füttern und Fotos mit ihnen machen zu lassen und können nicht einfach kehrt machen, wenn sie dazu gerade keine Lust haben.

Ist das Freiheit?

Die Sache mit den Touris

Ja, die Touristen…

Die Anzahl von Menschen, die die Projektleiter auf die Elefanten los ließen, fand ich deutlich zu groß. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Elefanten es mögen, wenn 20 hektische Menschen auf sie zu rennen und mit Bananen vor ihren Köpfen rumwedeln.

Und dann war da noch die Sache mit der Rücksicht…

Unser gebuchter Halbtages-Besuch beinhaltete Trinkwasser und Snacks. Da das Wasser nicht ausgeteilt sondern einfach hingestellt wurde, vergriffen sich einige an mehr als einer Flasche, was zur Folge hatte, dass es am Ende nicht für alle reichte und wir gerade einmal eine Flasche ergattern konnten, die wir uns teilen mussten, während andere bei dieser Hitze dreimal ihren Durst löschen konnten.

Beim Füttern der Elefanten stürzten sich einige Touristen nach den Rufen des Guides auf den Kleinen und gaben anderen Besuchern kaum die Chance, den süßen Fratz auch zu füttern. Er wurde von den Fütterwütigen nahezu überrannt. Keiner von denen hielt es für nötig einen Schritt zurück zu treten und anderen Leuten Platz zu machen, sondern drängelten sich weiter vor den kleinen Elefant, der wahrscheinlich gar nicht wusste, wie ihm geschieht.

…was soll ich dazu bloß sagen?

DSC01140
©timsjoeberg

Elefanten waren, sind und bleiben für mich faszinierende, anmutige Tiere, die in die Freiheit der Wildnis gehören und nicht in die Fänge eines Mahuds. Ich bin froh diese Erfahrung bei den Elefanten von Chiang Mai gemacht zu haben und habe den Besuch genossen, aber für mich war das so eine Art von Erlebnis, die man einmal macht, glücklich darüber ist, sie gemacht zu haben, aber nicht noch einmal machen würde. Dennoch wird mir dieser Tag mit all seinen Ereignissen noch lange in Erinnerung bleiben.

Noch nicht genug? Mehr von unserer Thailand-Reise gibt es hier:

Strand-Hopping Koh Phangan – mit dem Moped zu den schönsten Stränden der Insel

Koh Phangans schönster Strand – der ultimative Bottle Beach Guide

Tauchen und Schnorcheln in der schönste Bucht von Koh Tao

Chiang Mais Tempel – die 4 beeindruckendsten Heiligtümer der Stadt

Das Land der tausend Tempel in 11 Bildern – ein Fotoalbum

Komplette Kosten unserer 3 Wochen-Rundreise (inkl. Spartipps)

Route und Unterkünfte unserer Rundreise

[inspired by Thailand]| Upcycling: Schmuck-Schale aus einer Kokosnuss einfach selber machen -DIY-

Teile deine Gedanken:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s